10 Jahre Neckarmedia: Ein Interview mit Johannes & Kay – TEIL 1

Am 1. Oktober 2022 ist es so weit: 10 Jahre Neckarmedia – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Zu diesem Anlass haben wir mit den Gründern Johannes und Kay ein Interview geführt und sie zu Vergangenem, Aktuellem und der Zukunft befragt. Hier kommt der erste Teil von zwei:

Wie kamt ihr zu dem Entschluss, euch selbstständig zu machen?

Kay: Eigentlich beginnt unsere Reise bereits früher. Johannes und ich haben uns in der 5. Klasse auf dem Theodor-Heuss-Gymnasium in Heilbronn kennengelernt und waren Nebensitzer in Informatik.  Da haben wir gelernt, wie man eine Webseite mit HTML und CSS baut. Die anderen in unserer Klasse haben es gehasst, aber wir hatten Spaß daran und haben weitergemacht. Wir hatten einen richtigen Narren daran gefressen und haben damals bereits die Schulwebseite zusammen erstellt. Über die Jahre sind wir dann mehr und mehr reingerutscht und haben später während des Studiums unser Hobby nebenher zum Beruf gemacht. Der Spaß und die Leidenschaft hielten an und es kamen immer mehr neue Kunden mit spannenden Projekten auf uns zu.

Johannes: Ich war damals in meinem dualen Studium in einem typischen Ingenieursjob in einer großen Firma und habe gemerkt, dass das einfach nichts für mich ist. Es hat mich gereizt, das selber zu machen und mein eigener Chef zu sein.



Könnt ihr euch noch erinnern, wie alles begann?

Johannes: Während des Studiums haben wir von zuhause gearbeitet. Später haben wir dann erfahren, dass es in der Innovationsfabrik in Heilbronn Gründerbüros gibt, die man grundmietfrei anmieten kann. Diese Chance haben wir ergriffen und sind 2012 in unser erstes Büro mit 30 qm gezogen. Das hat uns richtig Spaß gemacht und Motivation beschert, jeden Tag in die eigenen Räumlichkeiten zu kommen. Wir hatten ein richtiges Wohnzimmerflair mit Dachschrägen, Teppichboden, Sofa und Spielekonsole. Zu dieser Zeit hatten wir dann auch unseren ersten größeren Kunden, der uns beauftragt hatte, deren Webseite zu entwickeln. Das war unser Start und hat uns Sicherheit gegeben. Wir hatten nie ein bestimmtes Umsatz- oder Auftragsziel. Wir haben in der Gründungszeit offen gesagt ziemlich ziellos gewirtschaftet und alles hat sich dann so entwickelt. Gut war auch, dass in der Innovationsfabrik noch mehrere Firmen angesiedelt waren, die nach und nach bei uns aufgeschlagen sind, weil sie Print- oder Onlinewerbung benötigten.

Kay: Johannes und ich haben damals mit jeweils 50 Euro, also insgesamt 100 Euro, auf dem Konto gestartet *lacht*. Wir hatten nie Fremdkapital in der Firma und sind stets organisch gewachsen.



Was waren die größten Herausforderungen?

Johannes: Wir kommen beide aus Beamtenfamilien, unsere Eltern sind nicht selbstständig – selbst alles zu managen, das ganze Steuerliche und Gewerbliche war anfangs eine Herausforderung. Wir haben damals die Neckarmedia offiziell angemeldet und wussten gar nicht, was man alles braucht. Also welche Dokumente und wie das funktioniert mit dem Jahresabschluss, der Gewinn- und Verlustrechnung etc. Als dann die erste Mitarbeiterin Rebecca kam, benötigten wir ja auch einen Arbeitsvertrag. So haben wir uns nach und nach immer mehr Wissen angeeignet. Wir haben zum Glück einen tollen Steuerberater seit Beginn, der uns immer super unterstützt hat.

Kay: Mir fallen zwei Herausforderungen ein. Zum einen war es, unser eigenes Leistungsportfolio zu finden. Oft kamen Unternehmen zu uns, die nur einen Flyer wollten, aber eigentlich eine ganze Marke benötigten. So war es anfangs herausfordernd, die Bedürfnisse genau zu verstehen und die passenden Leistungsbausteine zusammenzustellen. Wir mussten sozusagen lernen, gut zuzuhören. Eine weitere große Herausforderung war der digitale Wandel in die New Work Organisation. Corona hat auch bei uns ein Umdenken ausgelöst. Wir haben die statische Bürostruktur aufgelöst, den gesamten Workflow digitalisiert und ein “Office 2.0” mit mobilem Arbeiten erschaffen. Das hat uns zwar viel Kopfzerbrechen bereitet, aber da waren wir nicht allein, sondern alle Kollegen haben mitgeholfen und mitgestaltet. Heute arbeitet unser Team mobil aus der Schweiz, aus Amsterdam oder wo auch immer.


Was war euer schlimmster Moment in den 10 Jahren Agenturarbeit?

Kay: Der Serverangriff an Weihnachten, welcher kurzzeitig unsere Webseiten lahmgelegt hat und wir eigentlich schon auf dem Weg zum Weihnachtsessen waren. Die Kollegen standen alle schon vor der Tür, haben sich auf die Weihnachtsfeier gefreut und sind dann allesamt umgedreht, um gemeinsam sämtliche Webseiten wieder online zu schalten. Auf der verspäteten Feier wurde dann umso mehr angestoßen *lacht*.

Johannes: Wir haben damals schon um die 200 Webseiten betreut und da ist natürlich unser Telefon heiß gelaufen, als bei einigen nichts mehr ging. Wir mussten an Weihnachten dann diverse Webseiten umziehen. Wer sowas schonmal gemacht hat, der weiß, was das für eine Heidenarbeit ist. Danach haben wir auch unsere Serverstrukturen überdacht, sodass so etwas heute nicht mehr passieren kann. Rückwirkend können wir darüber lachen, aber das war schon eine Herausforderung.



Was war euer schönster Moment in den 10 Jahren Agenturarbeit?

Kay: Ich glaube, der schönste Moment ist immer am Ende des Jahres, wenn wir mit den Kollegen zusammensitzen und auf die erfolgreichen Projekte zurückblicken. Wir haben immer gute Arbeit geleistet und sind auch immer besser geworden. Einmal gemeinsam richtig durchatmen – das ist für mich so jährlich der schönste Moment. Wenn ich mich für einen einzelnen Moment entscheiden muss, dann war es, als wir gemeinsam das Projekt eines Wertstoffdienstleisters begleiten durften und die Marke so aufgebaut haben, dass sie zu einer Weltmarke wurde. Der Kunde hat mittlerweile von der Westküste der USA bis nach Australien Standorte eröffnet, die unser Branding tragen. Und das als Heilbronner Agentur – keine aus Paris, Tokio oder New York *lacht*.

Johannes: Ich fand es ein wunderschönes Ereignis, als wir dann in unser eigenes Büro umgezogen sind, hier in der Kaiserstraße. Das war schon so next-level. Wir werben ja auch auf unserer Webseite und in der Imagebroschüre mit dem Gebäude – im Herzen von Heilbronn. So regelmäßige schöne Momente sind immer, wenn man unser Logo irgendwo groß sieht. Zum Beispiel beim Haigern Live Festival auf dem großen Vorhang. Das feiere ich immer *lacht*.


Kay: Ein besonders schöner Moment war auch, als der Geschäftsführer eines großen Unternehmens auf unsere neu gegründete Firma setzte und nicht auf eine andere, bereits renommierte Agentur. Weil er uns sein Vertrauen geschenkt und uns die Chance gegeben hat, haben wir uns nicht zuletzt von einem kleinen Start-Up zu einem richtigen Unternehmen entwickelt. Damals haben wir bei Auftragseingang im kleinen Team darauf angestoßen, weil wir dachten “Jetzt haben wir es geschafft, jetzt werden wir ernst genommen!”. Damals mit dem kleinen Büro unter dem Dach der Innovationsfabrik war das gar nicht so einfach. So haben wir uns gerne vor Kundenbesuchen gedrückt, denn wir hatten anstelle eines Meetingtisches nur ein Sofa – das war absolut nicht repräsentativ *lacht*.

Johannes: Ja, wir haben da drin auch geraucht *lacht*.


Wie hat sich die Agentur bis heute verändert und wie geht es in Zukunft weiter? Diese und mehr Fragen klären wir im zweiten Teil unseres Interviews. Stay tuned!

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