Neckarmedia Agenturhund

Der Agenturhund unter uns

Wie Vierbeiner uns besser arbeiten lassen

Was haben wir alle gestrahlt, als ein kleines, dunkles Fellknäuel namens “Karla” das erste Mal in unser Büro tapste. Seitdem ist das Knäuel um einiges gewachsen und etwas weniger tollpatschig, versprüht jedoch genauso viel Liebe wie am ersten Tag. Unser gutmütiger Office-Labrador beglückt uns fast jeden Tag, mal schlafend, mal verspielt.

Dabei zählen wir nicht mehr zum ausgeflippten Einzelfall. Was früher undenkbar war, ist mittlerweile in vielen Unternehmen gang und gäbe – und das nicht nur in der Werbebranche. Mitarbeiter können ihren pelzigen Gefährten nach Absprache mit auf die Arbeit bringen. In manchen Büros ist der Hund sogar fester Bestandteil des Teams, wie schon sämtliche Webseiten stolz auf ihren Mitarbeiterseiten zeigen. Selbst ein internationaler “Take Your Dog to Work Day” hat sich in der Arbeitswelt etabliert, unter dessen gleichnamigem Hashtag zahlreiche Fotos mit Vierbeinern vor Computern oder unter Schreibtischen auf Instagram erscheinen.

Der Trend hat auch einen psychologischen Hintergrund

Stress und Überlastung gehören zum Arbeitsalltag in deutschen Unternehmen. Laut dem “Gesundheitsreport Arbeitsunfähigkeiten 2018” der Techniker Krankenkasse verzeichnete das Jahr 2015 einen Höhepunkt der Fehlzeiten bedingt durch psychische Erkrankungen seit Beginn der Auswertungen. Im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutet das einen Anstieg von 90 Prozent. Seitdem sind die Zahlen nur leicht gesunken. Was extrem belastend für die Betroffenen selbst ist, wirkt sich auch auf den Stress der Kollegen sowie die Kosten des Arbeitgebers bedingt durch die Arbeitsunfähigkeit aus.

Das Glückshormon Oxytocin

Der Bundesverband Bürohund ist überzeugt davon, dass ein Hund am Arbeitsplatz diesen mentalen als auch physischen Gesundheitsrisiken vorbeugen kann. Die These wird wissenschaftlich von Randolph T. Barker von der Virginia Commonwealth University untermauert: Die Messungen in seiner Studie weisen ein deutlich niedrigeres Stresslevel bei Hundebesitzern und Arbeitskollegen während der Anwesenheit eines Hundes auf als ohne. Verantwortlich dafür ist das Glückshormon Oxytocin, das auch in der Eltern-Kind-Beziehung eine Rolle spielt. Es hilft beim Abbau des Stresshormons Cortisol und sorgt so dafür, dass wir zufriedener, sozialer, engagierter und dementsprechend gesünder sind. Es wird produziert, wenn Mensch und Tier interagieren. Das heißt, auch unsere Karla produziert Oxytocin, während sie von uns gestreichelt wird. Als geborenes Rudeltier bleibt ihr so außerdem die Vereinsamung alleine zuhause erspart. Spaziergänge und kurze Spielpausen sorgen zusätzlich für regelmäßige Bewegung und den Abbau von Anspannung.

Eine absolute Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass diese einvernehmlich damit einverstanden sind. Die Entscheidung für oder gegen einen Bürohund sollte vom ganzen Team gefällt und eine Allergie, Phobie oder schlicht ehrliche Abneigung akzeptiert und ernst genommen werden. Zudem sollte der Hund bereits sozialisiert sein und einen Rückzugsort mit Wasser und tiergerechtem Spielzeug im Büro vorfinden können. Mit seinem enormen Ruhebedarf wird er sich dort nämlich die meiste Zeit aufhalten, ohne bei Arbeitsabläufen zu stören.

Nach einem Jahr mit Karla können wir die positiven Auswirkungen jedenfalls bestätigen und wollen sie im Büroalltag nicht mehr missen. Sie kennen Karla noch nicht? Dann schauen Sie doch persönlich für eine Portion Glückshormone vorbei.