Stockfoto oder klassische Fotografie?

Stockfotos oder individuelle Fotografie?

Die folgende Situation kommt Ihnen mit Sicherheit bekannt vor: Sie surfen im Internet – ob beruflich oder privat – auf der Suche nach einem passenden Produkt oder Dienstleister. Nachdem Google Ihnen eine Liste von vielversprechenden Treffern präsentiert, entscheiden Sie sich für ein Suchergebnis zwischen Platz Eins und Fünf. Auf Ihrem Bildschirm öffnet sich eine Webseite und mit dieser ein Anblick von Personen, die Ihnen entgegen lächeln oder im top gestylten Business-Team an einem Tisch in einem Londoner Office “brainstormen”. Diese Bilder, wenn Sie diese überhaupt bewusst wahrnehmen, vermitteln vor allem eines: Die Menschen, die hier abgebildet sind, arbeiten ganz sicher nicht in diesem Unternehmen.

Ein klassischer Fall von Stockfotografie

Gekaufte Fotos aus dem Internet, die oft ohne Lizenz günstig erworben werden können. Die Entscheidung dafür ist nachvollziehbar: Benötigtes Bildmaterial ist schnell und ohne große finanzielle Aufwendungen beschafft. Daher werden diese von Webseiteninhabern oder Webdesignern gerne den vermeintlich teuren Fotografen vorgezogen. Doch die Verwendung von Stockfotos hat seine Tücken. So wird beispielsweise Stockmaterial, das leicht und günstig erhältlich ist, von verschiedensten Personen zu den unterschiedlichsten Zwecken verwendet. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass potenzielle Kunden die Motive bereits kennen und diese somit billig und unprofessionell wirken. Noch unvorteilhafter wirkt Ihr Webauftritt, wenn Mitbewerber Bilder der gleichen Fotomodels oder sogar das exakt gleiche Foto verwenden. Verbinden Besucher Ihrer Homepage dort abgebildetes Fotomaterial mit negativen Erfahrungen, wie beispielsweise durch Betrügerseiten oder Spam-E-Mails, wird das Vertrauen in Ihr Unternehmen gesenkt und mögliche Conversions werden geblockt.

Ein weiteres Stichwort: Authentizität

Das klassische Call-Center-Gesicht mit Headset unter der Sektion “Rufen Sie uns an”? Eindeutig Stock. Finden Besucher Ihrer Webseite dort Fotos von Ihnen, Ihren Kollegen oder Mitarbeitern, wirkt diese auf sie persönlicher und professioneller – kurz: sie wirkt “echt”. Eine Fotoserie vom Fotografen aus “einem Guss” trägt weiter zu diesem authentischen Gesamteindruck bei. Zudem können Stockfotos kaum so ideal auf Ihr Projekt bzw. Ihre Corporate Identity zugeschnitten sein, wie es die klassischen Fotografenbilder sind. Davon abgesehen, dass konsistentes Bildmaterial über Stockfotos kaum realisierbar ist, ist dieses – wenn über entsprechende Internetplattformen erworben – in der Summe auch kostenintensiv. Der Preisvergleich zum Fotografen lohnt daher.

Was sollte beachtet werden?

Wenn Sie Stockfotos jedoch trotzdem verwenden wollen oder müssen, sollten Sie auf jeden Fall eine umgekehrte Bildersuche über Dienste wie TinEye oder Google starten. So können Sie ermitteln, von wem und in welchem Zusammenhang das gewünschte Bild aktuell verwendet wird. Achten Sie hier vor allem auf Mitbewerber und präferieren Sie Stockfotos, die im Vergleich eine geringere Nutzerzahl aufweisen. Auch der Erwerb eines Fotos mit Lizenz ist, wenn auch teurer als ohne, empfehlenswert. So können Sie vermeiden, dass es massenweise an anderen Stellen im Netz auftaucht. Lizenzfreie Bilder lassen sich, je nach Aufwand, durch Nachbearbeitung individualisieren. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop und Co. reichen kleine Effekte oft aus, um den “Stock-Charakter” Ihres Fotos zu entfernen und es einzigartig für Ihre Zwecke einzusetzen. Komplett kostenfreie Fotos, die authentischer wirken, finden Sie auf Portalen wie Unsplash oder Pexels. Je nach Motivwunsch kann auch ein selbst aufgenommenes Bild über eine gute (Handy-)Kamera schon für Ihre Zwecke ausreichend sein und mit Leichtigkeit das Niveau eines durchschnittlichen Stockfotos erreichen.